Natterntalk - Die Nattern plaudern

Die Poppies (0,0,4 Thamnophis sirtalis concinnus, Nachzucht 2003)

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Oh Oh - bei unserem Herrchen zu Hause brennt die Luft! Das kommt daher, das es seit unserem Zuzug zu Reiberein mit den eitlen Befindlichkeiten unter einigen Nattern hier gekommen ist. Waren bislang die drei Hammer-Cyrtopsen Herrchens absolute Favoriten (zumindest wenn es ums Äußere geht), so hat er sich doch in uns so dolle verguckt, das es Loopy und den beiden Hammerkerls nicht entgangen zu sein scheint.

T. s. concinnus Bild 005Wie Herrchen das festgestellt hat? Naja, die brave Loopy weiß wohl um ihre holde Weiblichkeit und scheint sich fest vorgenommen zu haben durch fleißiges Klettern und ständiges Rumkriechen auf dem Lochblech Herrchen zu überzeugen, das sie doch 'seine Beste' ist. Die beiden Hammerkerls, ganz besonders der Guzzly, haben hingegen beschlossen, das sie Herrchen jetzt mal demonstrieren müssen, wie das aussieht, wenn sie nicht willens sind zum Füttern ihr Becken zu verlassen oder wie es sich anfühlt von ihnen ein Schüßchen Sekret abzubekommen...tzz....

T. s. concinnus Bild 003Das die nicht verstehen, das wir halt einfach unschlagbar sind! Stellt Euch vor, Ihr öffnet eine mit Küchenkrepp ausstaffierte kleine Box und entgegen kommen Euch vier so superhübsche Natternkinder wie wir! Wenn dann dazu kommt, das keines von uns im mindesten kess wird, haben wir doch wohl eindeutig gewonnen, oder? Also den Hammerkerls können wir nur empfehlen bald wieder brav zu werden, denn wir glauben schon, das Herrchen zwischen ihnen und uns ganz hin und hergerissen ist, und wir uns den 'Thron der hübschensten Nattern' teilen könnten (jaja wir sind nämlich auch noch großherzig und sowas alles...).

T. s. concinnus Bild 007Wir wurden am 13.05.2003 geboren und eher schon zufällig sind wir hier in Berlin gelandet. Unser neues Herrchen hatte mit unserem bisherigen Herrchen schon ein paar Mal telefoniert, aber das neue Herrchen hatte das vorletzte Gespräch so aufgefaßt, das er einfach mal wieder zu lahm gewesen war und wir bereits woanders untergekommen wären. Dem war aber garnicht so, und als das neue Herrchen das kürzlich erfuhr, schlug ihm das Herz gleich vor innerem Glück und Aufregung bis zum Hals hinauf ;).

T. s. concinnus Bild 008So sind wir also hier in der Hauptstadt gelandet und gleich in ein 30x30x20 cm 'großes' Becken eingezogen. Allzu lange werden wir da drinnen wohl nicht leben müssen, denn ähnlich wie die fast gleich alten Babys von Herrchens Natter Cherry und den kurz vor uns eingesiedelten Bruchis sind wir mächtig kräftig gebaut und schon ganz schön lang gewachsen. Kaum waren wir in das mit Küchenkrepp, Kletterast, Wasserschale, Kunstpflanze und Pappverstecken ausstaffierte Terrarium eingezogen, mußten wir gleich noch einmal ausziehen, denn unser Kletterast aus dem Wald barg trotz kurzem Überbrühen mit Heißwasser noch ein oder zwei oder drei Ameisen. Da Herrchen auf diese Mitbewohner nicht so richtig scharf war, gabs dann am nächsten Tag einen neuen und Ameisen-freien Kletterast, welchen Herrchen dann vorher auch gleich ordentlich ein paar Mal überbrühte.

T. s. concinnus Bild 006Obwohl wir definitiv nicht aussehen, als hätten wir bisher hungern müssen, wollte Herrchen uns natürlich auch mal futtern sehen; und so bekamen wir recht flott die ersten Babyrattenteile angeboten. Von diesen war natürlich schon nach wenigen Minuten nichts mehr übrig. Das ging so flott, das eine von uns garnicht richtig zum Futtern kam, so blieb ihr nur das Auswischen der Futterschale übrig. Für's nächste Mal wird sie sich das sicherlich merken und nicht mehr so herumtrödeln. In den letzten Wochen in unserem alten Zuhause wurden wir schon darauf abgerichtet nur noch einmal in der Woche futtern zu können - dafür dann aber richtig! Nun stellt sich natürlich die Frage, ob Herrchen das überhaupt durchhält, denn glaubt uns: Wir können in der Hoffnung auf neues Futter verdammt niedlich gucken ;-). Überhaupt sind wir ganz schön gierig, aber zu Herrchens Erleichterung muß er uns zumindest jetzt noch nicht einzeln füttern. Späterhin wird das 100%-ig nicht ausbleiben, aber schließlich ist das nichts wirklich Neues.

T. s. concinnus Bild 009Nach vier Monaten hier bei unserem neuen Herrchen gibt es jetzt einiges an Neuigkeiten zu berichten - wäre ja auch komisch, wenn's nicht so wäre! Also ... wir haben uns alle vier als kleine Frechdachse entpuppt, die letztendlich dann bei den Fütterungen doch nicht mehr zusammengelassen werden konnten. Das Futter kriegen wir seither einzeln vorgesetzt, was zumindest den Ablauf der Fütterungen (die im übrigen alle sechs Tage stattfinden) erheblich vereinfacht. Ein kleines Manko gibt es allerdings dabei: Zwei unserer Mädels haben sich angewöhnt fleißig nach Herrchen zu schnappen, sobald es auch nur ganz leicht nach lecker Babyrattenstücken duftet im Zimmer. So jung und schon so gierig!!!

T. s. concinnus Bild 010Des Weiteren gabs Mitte September Verstärkung für uns. Herrchen konnte zwei weitere Natternkinder unserer strumpfbänderigen Unterart aufnehmen und hatte leider mit einem von den beiden auch kurzzeitig etwas Sorge, da es (um genau zu sein 'er') aus heiterem Himmel ziemlich krank wurde und gegen einen massiven Amöbenbefall behandelt werden mußte. Nun ist der Kleine aber wieder gesund und wir hoffen alle ganz dolle, das es dabei auch bleibt. Die beiden 'Neuen' sind übrigens 14 Tage jünger als wir und trotzdem schon ein Stückchen länger. Da könnte man glatt neidisch werden! Anfangs wollten die beiden Nachzügler auch von Herrchens Speiseplan nichts wissen und machten sich lediglich über die fischigen Stinte her - mittlerweile allerdings futtern sie brav und definitiv nicht zu knapp kleine Babymäuschen.

Von den anfänglich erwähnten Unstimmigkeiten zwischen uns und den schon etwas länger hier ansässigen Nattern ist übrigens nichts weiter übrig geblieben. Auf der einen Seite stehen wir den Hammerkerls in Sachen Frechheit nun (fast) in nichts mehr nach und zum anderen stand für Herrchen wohl vom ersten Moment fest, das wir eben einfach noch ein bisschen hübscher aussehen ;).

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