Speiseplan - Tipps von den Nattern
Nachdem Fredi (der bislang für diese Sektion zuständig war) ja hier ausgezogen ist, wollen wir übrigen Nattern unsere Erkenntnisse in Sachen 'lecker Futter' mit Euch teilen.
Was wir regelmäßig zu Futtern kriegen:
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Stint (aufgetauter Futterfisch): Das fressen wir alle gerne. Da der Stint
aber nicht so ganz ohne ist, gibt es regelmäßig ein Vitaminpräparat
oben drauf. In unserem Falle ist das Korvimin ZVT und wir können Euch
aus eigener Erfahrung sagen, das der Stint damit noch viel besser schmeckt.
Auch wenn der Stint echt spitzenmäßig schmeckt, solltet Ihr Euch
bemühen uns nicht nur damit zu füttern, denn abgesehen vom Vitaminproblem
ist Stint auch ziemlich fetthaltig.
-
Baby- und größere Mäuse: Herrchen würde sich ja wünschen,
das wir alle nur Mäuschen zu uns nehmen, aber einige von uns widerstehen
seinem Wunsch hier bisher noch.
Hier
zwei Tips, um uns an die kleinen Felltiere zu bringen:
1. Oftmals reicht es ggf. nicht, wenn Ihr die Maus an einem Fisch reibt
um uns zu täuschen und allmälig zu Maus-Fressern zu machen. Viel
besser ist es die gefrorene Maus und die Fische in einem kleinen Beutel
langsam gemeinschaftlich auftauen zu lassen, anschließend duftet die
Maus wirklich wie ein Fisch und sogar unsere Bändernatter Tippse kann
dem nicht widerstehen (obwohl Euch jeder sagen würde, das Bändernattern
Mäuse hartnäckig verweigern...).
2. Manche von uns finden solch Maus viel leckerer, wenn sie einmal durchgeschnitten
ist. Wir würden sie zwar auch im ganzen schaffen, aber es duftet einfach
mehr nach Futter so!
3. Manch Natter findet vielleicht auch das Fell an größeren Mäuslein
ätzend, deshalb könntet Ihr probieren ihr (oder ihm) eine Babyratte
zu spendieren.

So einmal im Leben (nein, nein, doch schon öfter, aber eben recht selten) serviert unser Herrchen den echt großen Mädels auch mal ein Eintagsküken. Nun werdet Ihr sagen: Mensch, die sind doch soooo niedlich! Das ist aber nicht unsere Meinung - denn wenn Herrchen die Küken aufgetaut hat, dann sehen die garnicht mehr soooo hübsch aus ;). Das ganze klappt aber wirklich nur für richtig große Weibchen (wir können's garnicht oft genug betonen)!
Was Herrchen uns nicht mehr oder nur ausnahmsweise füttert:
-
lebendige Aquarien - oder Goldfische: Das Risiko, das die Fische mit Parasiten
befallen sind, ist Herrchen zu groß. Außerdem lauft Ihr Gefahr,
das einige Nattern nach Fütterung mit Lebendfutter daran mehr Gefallen
finden, als an der aufgetauten und leichter zu bekommenden Ware. Auf der
anderen Seite können diese quirliegen kleinen Fische ganz hilfreich
sein, wenn eine Babyschlange nichts mit den kleinen Stint- oder Mäusestücken
anzufangen weiß.
-
Fischfilet von der Forelle u.a.: Da steckt nichts weiter an Lebenswichtigem
drin (dazu muß es schon eine ganze Forelle sein). Dazu kommt das wir
hier alle Forellenfleisch pur nicht anrühren.
-
Regen- oder Tauwürmer: Würmer sind ein wenig sowas wie ein Sonderfall, aber für die Tiere die man als 'Standart-Arten' bezeichnen könnte, sind sie oftmals nicht angebracht. Sie machen nicht richtig und lange satt, haben weniger Nährwert
und außerdem verflüssigt sich das was manche von uns so gerne
in die Wasserschale machen unnötig. Das ein Regenwurm aus dem heimischen
Garten oder von einer landwirtschaftlichen Fläche genauso gut mit Chemie
gedüngt ist wie die Erde, dürfte auch klar sein. Einige Thamnophis-Arten, deren Haltung jedoch wohl eher den Profi interessieren dürften, bestehen jedoch anfangs penetrant auf die Fütterung mit Regenwürmern. Auch futterabtrünninge Jungtiere können oftmals mit kleinen Regenwürmern zum Fressen animiert werden.
Was Herrchen uns wohl nie zum Futtern geben wird:
-
Flußkrebse: Er hat es einmal versucht, aber das Zeug stinkt so gewaltig,
das weder er noch wir danach Verlangen verspüren würden.
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Nacktschnecken: Findet er zu eklig (...aber Babymäuse durchschneiden..!),
außerdem ist es riskant wegen umweltlichen Belastungen.
-
totgefahrene Frösche oder Kröten: Lebendige Amphibien stehen sowieso
unter Naturschutz und die totgefahrenen können prima Überträger
für Parasiten sein.
-
In manchem Buch steht auch, das wir Insekten fressen würden. Tja, also
abgesehen davon, das uns und auch Herrchen diese Krabbelviechlein nicht
wirklich interessieren, stellt sich die Frage: Wie viele Insekten braucht
Ihr um eine Strumpfbandnatter halbwegs satt zu bekommen?
-
Übrigens, wenn auf der Packung Katzenfutter drauf steht, dann geht
doch bitte fest davon aus, das es unmöglich für eine Natter gedacht
sein kann...alles klar? Wer sich es nicht denken kann...das gleich gilt
für Hundefutter! Und lacht nicht, das wir hier sowas schreiben - leider
gibt es sowas wirklich!
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Wo bekommst Du das Futter her?
Wir bekommen fast von Anfang an nur noch Futter aus einer Hand: die qualitativ hervorragenden Fische und Ratten oder Mäuse aus dem Hause Frostfutter.de. Die kommen per Post absolut super-cool (auf Trockeneis) und pünktlich zu Euch nach Hause. Wenn man bedenkt, das eine 100 Gramm-Packung Stinte im Zooladen 2 - 3 € kostet - von den Preisen einer winzigen Babymaus die manchmal schon bei knapp 1,00 € liegen ganz zu schweigen, spart jeder mit einer Bestellung bei diesem Lieferanten. Falls Ihr Würmer sucht, vergesst den Komposthaufen und ordert gleich bei Superwurm.de. Dieser Lieferant liefertt richtige kleine (oder größere) Luxuswürmer - so toll wie die verpackt sind, müssen es eben Luxuswürmer sein ;-)
Probleme bei der Fütterung von Strumpfbandnattern
Wie
Ihr auf den Bildern ohne Mühe erkennen könnt, gehen wir nicht
gerade zimperlich mit unserem Futter um. Wir packen es und ziehen es recht
gerne durch das halbe Terrarium. Ärger kann es geben, wenn einer unserer
kleineren Gefährten versehentlich etwas Bodensubstrat verschluckt.
Hierauf mußt Du also achten.
Es ist sowieso nicht möglich, uns unbeaufsichtigt fressen zu lassen. Zu schnell finden wir das letzte Ende Fisch, das aus dem Maul der Nachbarschlange grade noch rausguckt, so lecker, das wir glatt zubeißen müssen. Ist das einmal passiert, versuchen wir natürlich beide das Stück zu ergattern. Das kann soweit gehen, das eine von uns die andere verschlingt. Deshalb Obacht! Wenn so etwas passiert, muß schnell eingegriffen werden! Unser Herrchen trennt uns für gewöhnlich, indem wir beide in der Badeschale landen und unter Wasser gedrückt werden. Darauf hin lassen wir von einander ab.
Nun
diesem Streß für alle Beteiligten kann man entgehen, wenn man
uns zur Fütterung einzeln setzt. Eine normale Faunabox ist hierfür
völlig ausreichend.
Das
man trotzdem ein Auge auf uns haben muß beweist das folgende Erlebnis
unseres Herrchens mit seiner ersten, zugegebener Maßen damals schon
sehr geschwächten Natter:
Er verfütterte einen recht großen Tauwurm, und das Tier fraß
diesen auch gierig...so gierig, das sich eine Schlaufe des Wurms um die
Unterseite des Maules schlang...der Wurm wurde jedoch stetig weitergefressen,
so das letztendlich das Maul des Tieres bereits durch eigene Bisse ein wenig
zu bluten begann. Unser Herrchen hat dann schnell die "Wurmschlaufe"
nach oben geklappt - das hatte das Tier auch mit Reiben auf dem Boden nicht
mehr selbst geschafft. Es ist natürlich klar, das der sowieso schon
so schwache Nattermann ein sicherer Kanditat für einen derartigen Vorfall
sein mußte, aber Verletzungen während des Futterns könnt
Ihr auch bei ganz gesunden Nattern nicht ausschließen.
Übrigens,
wie sollte es auch anders sein, fressen wir Nattern-Weibchen (wenn wir erstmal
die Männchen im Wachstum etwas eingeholt haben) deutlich mehr als die
Männchen. Wir können Euch versichern, das es ganz normal ist,
wenn ein Männchen mal nicht fressen will. Das kann z.B. damit zusammenhängen,
das er sich in Paarungs-Bereitschaft befindet. In dieser Zeit sind wir Männer
richtige Diät-Nattern, während die Weibchen wie gewohnt ordentlich
zuhauen. Bitte denkt daran, das so ein Männchen aber schließlich
auch wieder mal was fressen muß damit es in Form bleibt. Im schlimmsten
Fall müßt Ihr das Männchen dann eben mal für ein paar
Tage bis einige Wochen einzeln setzen. Wenn es putzmunter und gesund ist
wird es bald wieder ordentlich die Futterschale leeren.

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